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Forschungsfeld Verkehrsverhalten und Mobilität

Die Verkehrsnachfrage von Personen und Haushalten hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Dies gilt gleichermaßen für die private Pkw-Ausstattung und die Verkehrsmittelnutzung wie für die zurückgelegten Wegelängen, die Aktionsräume und Zeitstrukturen. Diese Veränderungen lassen sich nur im Kontext des sozialen und raumstrukturellen Wandels unserer und anderer westlicher Gesellschaften adäquat verstehen.

Raumstruktureller Wandel und Verkehr: Suburbanisierung und regionale Dekonzentration von privaten Haushalten und Unternehmen sowie andere Entwicklungstendenzen der Wohn- und Unternehmensstandorte stehen in einem komplexen Wechselverhältnis zur Verkehrsentwicklung. Gleichzeitig trägt auch der flächendeckende Ausbau von Verkehrsinfrastruktur und Telekommunikation mit der Folge einer Beschleunigung räumlicher Interaktionen und höherer Erreichbarkeit zu Verkehrswachstum und großräumigeren Verflechtungen bei. Diese Zusammenhänge werden erheblich verkompliziert dadurch, dass Haushalte dazu neigen, auf der Grundlage ihrer Wohn-, Mobilitäts- und Erreichbarkeitspräferenzen jeweils spezifische Wohnumfelder zu wählen ("residential self-selection"). Unsere Beiträge zum Forschungsfeld 'Raumstrukturen und Verkehr' beziehen das gesamte Feld raumstruktureller Veränderungen sowie die aktuelle Debatte um die "Selbstselektivität der Wohnstandortwahl" mit ein und beziehen dies auf die Strukturen von Verkehr, Mobilität und Erreichbarkeit.

Sozialer Wandel und Verkehr: Die gesellschaftliche Entwicklung ist in vielerlei Hinsicht eng mit der Verkehrsentwicklung verknüpft. Demografische Alterung und Migration verändern die Anforderungen an ÖPNV, Pkw-Verkehr und nahräumliche Ausstattung von Wohngebieten. Der Wandel des Geschlechterverhältnisses führt zu veränderten Aufgabenteilungen und Aktivitätenprofilen im Haushalt. Wertewandel und die Pluralisierung der Lebensstile haben veränderte Ansprüche an Mobilität und Wohnumfeld zur Folge. Die Polarisierung der Gesellschaft im Hinblick auf ökonomische Ressourcen und Teilhabechancen, der Strukturwandel der Arbeitswelt, die Flexibilisierung von Zeitstrukturen oder die Ausbreitung multilokaler Haushaltstypen sind weitere Schlaglichter des sozialen Wandels, die mit veränderten Wegebeziehungen und Veränderungen der räumlichen Mobilität einhergehen.

Unser Forschungsschwerpunkt Verkehrsverhalten und Mobilität fokussiert nicht nur auf das Verkehrsverhalten, sondern bezieht auch die Wohnstandortmobilität als zweite Grundform räumlicher Mobilität ein und interpretiert sie im Kontext raumstruktureller und sozialer Strukturen und Trends. Dabei legen wir einen Schwerpunkt auf die Mikroebene des Individuums und des Haushalts in ihrer Einbettung in ökonomische, politische oder technologische Rahmenbedingungen auf der Makroebene.

Bei unseren Forschungsprojekten im Forschungsfeld Verkehrsverhalten und Mobilität handelt es sich vorwiegend um größere Verbundprojekte im nationalen und internationalen Rahmen sowie Einzelvorhaben, die beispielsweise durch die DFG gefördert werden. Theoretisch sind unsere Projekte in den internationalen Forschungsstand eingebettet, methodisch basieren sie auf einem breiten Spektrum quantitativer und qualitativer Verfahren. Teils nutzen wir vorhandene Daten zur Analyse (MID, Kontiv, Mobilitätspanel, SOEP, Beschäftigtenstatistik usw.), teils erfordern die Fragestellungen eigene, in der Regel regionale Primärerhebungen. Die Forschung erfolgt in enger Kooperation mit dem Forschungsfeld "Integrierte Siedlungs- und Verkehrsplanung".


Forschungsprojekte zu diesem Forschungsfeld:

  • Wohnstandortwahl, Raum und Verkehr im Kontext von Lebensstil und Lebenslage (2006-2008)

  • StadtLeben: Integrierte Betrachtung von Lebensstilen, Wohnmilieus, Raum- und Zeitstrukturen für die zukunftsfähige Gestaltung von Mobilität und Stadt (2001-2005)

  • FRAME: Freizeitmobilität älterer Menschen – Bedingungen, Formen und Entscheidungen (2000-2003)